Reisemedizinische Beratung Freiburg
Dr. med. Rosemarie Mazzola

Borna-Virus-Infektion (Borna Disease Virus 1 (BoDV-1)) in Bayern

Im Landkreis Regen in Bayern ist ein zweiter Erkrankungsfall an Borna-Virus aufgetreten. Das Borna-Virus wird durch die Feldspitzmaus übertragen.

Das Borna-Virus-1 kommt in Deutschland nur in bestimmten Gebieten vor, so auch in der Schweiz (v.a. Alpenrhein), Liechtenstein und Österreich (v.a. Vorarlberg und Oberösterreich). Träger des Virus ist wahrscheinlich nur eine Minderheit der Feldspitzmäuse.

Die Übertragung erfolgt nach aktuellem Wissensstand am ehesten beim Kontakt mit Spitzmäusen oder den virushaltigen Ausscheidungen. Die Feldspitzmäuse sind ein natürliches Reservoir des Virus; die Viren werden über Speichel, Kot und Urin ausgeschieden. Eine Übertragung durch Tierbisse ist nicht bekannt. Ein direkter Kontakt mit der Spitzmaus ist nicht erforderlich, da die Ausscheidungen Viren enthalten können. Auch andere, engverwandte Spitzmausarten können das Virus in seltenen Fällen beherbergen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist wahrscheinlich nicht möglich. Die Erkrankung ist insgesamt äußerst selten. Nach Angaben des RKI werden jährlich ungefähr 5-10 akute Erkrankungen in Deutschland gemeldet.

Bei Pferden, Schafen und anderen Säugetieren in Mitteleuropa ist die Borna-Virus-Erkrankung schon lange bekannt. Sie verursacht eine Gehirnentzündung.

Beim Menschen verläuft die Erkrankung zu Beginn mit Kopfschmerzen, Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl; nach Kurzem entwickelt sich eine Gehirnentzündung mit schweren neurologischen Symptomen. Eine spezifische Therapie gegen Borna-Virus-Infektionen gibt es derzeit nicht, auch keine Impfung.

Vorbeugung:

Das RKI weist darauf hin, dass sich Spitzmäuse nicht als Haustiere eignen und gibt einige Hinweise zum Verhalten:

Keine lebenden oder toten Spitzmäuse mit bloßen Händen anfassen, Nahrungsquellen wie z.B. Hunde- und Katzenfutter im Freien entfernen.

Zur Entsorgung toter Spitzmäuse bzw. ihrer Ausscheidungen gibt das RKI folgende Ratschläge, die sich im Prinzip mit den Empfehlungen der Entsorgung von Rötelnmäusen (die das Hantavirus beherbergen können) und deren Exkrementen decken:

„Sollten im o.g. Endemiegebiet tote Spitzmäuse gefunden werden, empfehlen wir, die Tierkörper sicher zu beseitigen: Tragen Sie Einmalhandschuhe und eine enganliegende FFP2 Maske wegen des Staubs. Besprühen Sie die toten Spitzmäuse und Ausscheidungen zunächst gründlich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel; so verhindern Sie, dass bei der Entsorgung/Reinigung virusbeladener Staub aufgewirbelt wird. Nehmen Sie die toten Spitzmäuse dann in einer über die Hand gestülpten Plastiktüte auf, verschließen und entsorgen sie diese mit dem Hausmüll. Abschließend sollten kontaminierte Flächen (Böden, Arbeitsflächen und andere Oberflächen) sorgfältig mit Haushaltsreiniger gesäubert werden“

Stand: 19. Mai 2026

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 19.Mai, 2026, RKI 2024: Humane Infektion mit dem Borna Disease Virus 1 – gemeinsames Merkblatt von Robert Koch-Institut, Bernhard-Nocht-Institut und Friedrich-Loeffler-Institut