Update: West Nil-Virus-Epidemie in Europa

In diesem Jahr meldet das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) eine ungewöhnlich starke Zunahme der Erkrankungen an West Nil-Virus. Seit Anfang des Jahres 2018 wurden in der Europäischen Union bereits mehr als 1300 Erkrankungsfälle und in den Nachbarstaaten der EU 434 Erkrankungen gemeldet sowie 142 Todesfälle (Stand 04.10.2018). In Bulgarien, Serbien und der Tschechischem Republik trat die Erkrankung bei Menschen erstmalig auf. Mit Datum vom 11.Oktober 2018 wurde der erste menschliche Erkrankungsfall in Deutschland bei einem Tierarzt gemeldet, der sich wahrscheinlich an einem verendeten Bartkauz ansteckte.

Erkrankungen mit dem West Nil-Virus treten seit Jahren vor allem in Süd- und Südosteuropa auf. Es handelt sich um eine Flavivirusinfektion, die von Moskitos zwischen Vögeln, aber auch auf den Menschen übertragen wird. Die Infektion ist nahezu weltweit, vor allem in den Tropen, verbreitet. Durch Zugvögel wurde das Virus auch in nördlichere Regionen gebracht und führte vor allem während der Sommermonate zu saisonalen Erkrankungsfällen in Südeuropa und Südosteuropa, u.a. in Italien, Griechenland, Ungarn, Rumänien, Frankreich, Kroatien, Serbien, Österreich und Tschechien.

Die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome. Nur jeder 5. Infizierte erkrankt mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf-und Gliederschmerzen, Schwellungen der Lymphknoten und evt. einem Exanthem (Ausschlag). Bei älteren Patienten, insbesondere mit Vorerkrankungen, kann es zu schwereren Verläufen mit Meningitis (Hirnhautentzündung) und ggf. Enzephalitis (Gehirnentzündung) kommen, die zu Spätschäden oder zum Tod führen kann.

Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht, ebenso ist keine kausale Therapie möglich. Der beste Schutz ist der Schutz vor Moskitostichen. Tote oder erkrankte Vögel sollten nicht angefasst werden.

Stand: 15. Oktober 2018

Quellen: ECDC: Weekly updates 05.10.2018, Zeit-Online, 11.10.2018, RKI 11.10.2018