Würfelquallen (Chironex fleckeri) in Thailand

Im Oktober 2015 kam es vor der Küste Thailands und an den Inseln Koh Phangan und Koh Samui zum Auftreten von Würfelquallen und zu tödlichen Unfällen, auch zum Tod einer 20-jährigen deutschen Reisenden.
Gefährliche Quallen gibt es nicht nur in Südostasien. Sie kommen auch in anderen Meeren der Welt vor. Zu den giftigsten Quallen gehört die Würfelqualle oder Seewespe (Chironex fleckeri). Sie ist an der Nord- und Ostküste Australiens, nach Angaben von Prof. Mebs aber vermutlich im ganzen westlichen tropischen Pazifik verbreitet, vorwiegend in Küstennähe, häufig im seichten Wasser, nach stürmischem Wetter und bei bedecktem Himmel. Sie ist das gefährlichste Nesseltier. Ihr Giftcocktail beinhaltet vor allem ein Eiweiß, das den Herzmuskel schädigt und zur Ateminsuffizienz und somit rasch zum Tod führt. In Australien steht ein spezifisches Antiserum zur Verfügung.
Nach Angaben der Schweizerischen Tropeninstitute kommt es durch Quallen auf den Philippinen, in Thailand, auf Neu-Guinea und in Malaysia jährlich zu 20 bis 50 Todesfällen bei Touristen (diese Statistiken berücksichtigen nur Touristen und nicht die gesamte Bevölkerung).

Vorsichtsmaßnahmen

Reisende sollten nur in Gebieten baden, die durch Antiquallennetze geschützt sind, da die Anwesenheit von Quallen wegen der langen Tentakel oft erst bemerkt wird, wenn der erste Badende einen schmerzhaften Kontakt mit Tentakeln hat. Warnhinweise sollten strikt beachtet werden! Fehlen Antiquallennetze, kann man sich durch besondere Anzüge („Stinger suits“ ) oder auch durch Stoffhemd und -hose schützen. Ebenso bieten Tauchanzüge Schutz. Quallen am Strand sollten niemals berührt werden.

Erste Hilfe

Die verletzte Person muss sofort das Wasser verlassen bzw. geborgen werden. Da sie in der Regel nicht weiß, um welche Qualle es sich handelt, ist nach Prof. Mebs die beste Vorgehensweise, die noch auf der Haut befindlichen Nesselkapseln mit Sand zu bestreuen und nach dem Vollsaugen abzuschaben. Auf keinen Fall mit Seewasser oder gar Süßwasser abspülen; dies führt zur Entladung weiterer Nesselkapseln.

Stand: 30. November 2015

Quellen: Mebs, D.: Gifttiere, Safetravel CH, Auswärtiges Amt: Thailand