Zika-Virus-Infektion in Mittel- und Südamerika

Seit April 2015 wurde die Zikavirus-Infektion zunächst in Brasilien, dann auch in anderen Staaten Süd- und Mittelamerikas und in USA/Florida nachgewiesen. Erstmals wurde das Virus im Zika-Forest in Entebbe/Uganda isoliert. Danach wurden Ausbrüche der Zikavirusinfektion aus dem tropischen Afrika, Südostasien und Ozeanien gemeldet.

Aktuell nehmen die Infektionen mit Zikaviren in SO-Asien deutlich zu. Dies betrifft vor allem Singapur und Thailand, in geringerem Maße Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Malediven, Myanmar (Burma), Philippinen, Timor-Leste (Osttimor) und Vietnam. Die einheimische Bevölkerung ist teilweise immun gegen das Zikavirus, Touristen dagegen nicht.

Krankheitsverlauf: Für Nicht-Schwangere verläuft die Zikavirus-Infektion normalerweise mild. Nur einer von fünf Infizierten erkrankt; die Erkrankung dauert einige Tage bis eine Woche. Die häufigsten Beschwerden sind Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung sowie ggf. Kopf- und Muskelschmerzen und Übelkeit, Erbrechen. Schwere Verläufe sind sehr selten, z.B. in Form eines Guillain-Barré-Syndroms.

Von großer Bedeutung ist die Infektion für Schwangere und für Paare, die einer Schwangerschaft planen.

Eine Zikavirusinfektion in der Schwangerschaft birgt das Risiko einer neurologischen Schädigung des Kindes, sowohl in Form einer fetalen Missbildung mit Mikrocephalie, Schädigungen der Augen, Ohren und neurologischen Schäden als auch einer Störung der neurologischen und psychomotorischen Entwicklung des Kindes, die sich erst nach der Geburt zeigen kann. Der Zusammenhang zwischen einer Zikavirusinfektion und neurologischen Schäden beim Kind konnte inzwischen nachgewiesen werden. Eine Übertragung des Zikavirus von Mensch zu Mensch ist durch Geschlechtsverkehr auch noch lange nach Rückkehr möglich.

Aus diesem Grund wird Schwangeren und Frauen, die eine Schwangerschaft nicht ausschließen können, von Reisen in Regionen mit aktiver Zikavirusinfektion dringend abgeraten. Reisen in Länder SO-Asiens mit geringerem Zikavirus-Risiko (s.o.) sollten ebenfalls auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Um eine sexuelle Übertragung zu vermeiden, sollten konsequent sichere Maßnahmen zur Antikonzeption (safer sex) praktiziert werden, mindestens noch 6 Monate nach Rückkehr, bei Schwangeren bis zum Ende der Schwangerschaft.

Paare, die eine Schwangerschaft planen, sollten nach aktueller Kenntnis mindestens 6 Monate nach Rückkehr aus einem Land mit Zikavirus-Risiko mit der Planung der Schwangerschaft warten und sich dann nochmals nach den neuen Empfehlungen erkundigen, da sich die Erkenntnisse durch intensive Forschung rasch ändern können.

Stand: 01. November 2016

Quellen: WHO, CDC, safetravel.ch