Reisemedizinische Beratung Freiburg
Dr. med. Rosemarie Mazzola

Diphtherie

Diphtherie wird durch das Bakterium Corynebacterium diphtheria verursacht und führt zunächst zu einer Infektion des Halses und der oberen Luftwege. Es produziert ein Toxin, das andere Organe schädigt und zum Tod führt. Es gibt allerdings eine wirksame Impfung, die der Erkrankung erfolgreich vorbeugt.

Diphtherie war eine der am meisten gefürchteten Infektionskrankheiten weltweit, die vor Einführung der Impfung jedes Jahr weltweit über 1 Million Erkrankungsfälle und 50 000 – 60 000 Todesfälle verursachte. Auch heute ist die Diphtherie-Erkrankung nicht ausgerottet; sie kommt weltweit vor. Insbesondere in Ländern, in denen eine flächendeckende Impfung nicht verfügbar ist, wie z.B. in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, kommt es immer noch zu Erkrankungs- und Todesfällen.

Übertragung

Das Corynebacterium diphtheriae wird durch Tröpfcheninfektion sowie bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Diphtherie kann auch im Rahmen von Auslandsaufenthalten, bei Menschenansammlungen oder durch Kontakt mit Personen aus Endemiegebieten erworben werden.

Krankheitsbild

Die Symptome der Diphtherie entstehen durch die Wirkung des Toxins. Es kommt zu hohem Fieber, Schluckbeschwerden, einer Entzündung von Rachen, Tonsillen, Kehlkopf und Nase mit grau-weißen oder bräunlichen Belägen (Pseudomembranen), einem süßlichen Geruch, Atemnot und einem typischen bellenden Husten (Krupp-Husten). Die Verlegung der Atemwege kann zum Erstickungstod führen. Es kann zu Lymphknotenvergrößerung mit beidseitigen Ödemen des Halses, dem sog. Cäsarenhals kommen. Das Diphtherietoxin führt zudem zu einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und einer Neuritis (Nervenentzündung) und auch bei sofortiger Behandlung in 5-10%, bei kleinen Kindern und Personen über 40 Jahren in 20-40% zum Tod.

Durch die sofortige Gabe von Diphtherie-Antitoxin und Antibiotika ist die Diphtherie behandelbar. Das Diphtherie-Antitoxin ist weltweit jedoch nicht mehr zuverlässig verfügbar.

Prophylaxe

Eine wirksame Prophylaxe der Diphtherie ist durch die aktive Impfung möglich. Der Impfstoff wird als Kombinationsimpfstoff zusammen mit dem Impfstoff gegen Tetanus, ggf. auch Poliomyelitis und Pertussis verabreicht. Nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird die Impfung im Alter von 2 Monaten begonnen. Sie kann jedoch in jedem Lebensalter begonnen werden.

Quelle: WHO Weekly epidemiological record 04. August 2017, RKI – Ratgeber 10.01.2018