Japanische Enzephalitis

Das japanische Enzephalitis-Virus (JEV) ist ein Flavivirus, das durch nachtaktive Culex-Moskitos, vor allem in ländlichen Gebieten Asiens und dem Süden Indiens, auf den Menschen übertragen wird. Das JEV existiert durch einen Übertragungskreislauf zwischen Moskitos, Schweinen und/oder Wasservögeln und gefährdet den Menschen daher in ländlichen und stadtnahen Regionen mit Landwirtschaft und/oder Reisanbau. In vielen Ländern Asiens ist das JEV die Hauptursache für eine virale Gehirnentzündung. Nach Angaben der WHO treten jährlich ca. 68 000 Erkrankungen in Asien auf.

Krankheitsbild

In den meisten Fällen verläuft die Infektion ohne Symptome. Nur in etwa 5% der Infektionen kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden mit Fieber und Kopfschmerzen. In etwa 1 von 250 Fällen tritt eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) auf mit einem schweren klinischen Verlauf mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Desorientierung, Koma und Krämpfen. In bis zu 30% verläuft die Erkrankung tödlich. Als Folge der Erkrankung kommt es nach Angaben der WHO in 20-30% zu bleibenden Spätschäden in Form neurologischer Schäden (Beeinträchtigung der Intellektuellen Fähigkeiten, Lähmungen, rezidivierende Krampfanfälle, Sprachstörungen u.v.m.). Eine ursächliche antivirale Behandlung ist nicht möglich.

Die Infektion kann jedes Alter betreffen. In den Ländern, in denen das JEV vorkommt, sind vor allem Kinder betroffen, da Erwachsene meist als Folge einer Infektion im Kindesalter eine lebenslange Immunität entwickeln.

Prophylaxe

Die Überträgermücken stechen in der Abenddämmerung und nachts. In erster Linie besteht die Prophylaxe daher in einem guten Moskitoschutz mittels Kleidung, mückenabweisenden Mitteln (Repellentien) und mückenfreien Räumen. Zusätzlich gib es einen effektiven inaktivierten Impfstoff, der bei erhöhtem Risiko für eine Infektion empfohlen wird.

Diese Hinweise können auf keinen Fall den Rat eines Arztes ersetzen.
Nehmen Sie daher rechtzeitig vor Ihrer Reise eine reisemedizinische Beratung in Anspruch.

Quelle: WHO fact sheet, 31 Dezember 2015