Malaria

Vorkommen und Übertragung der Malaria

Die Malaria ist die wichtigste und eine lebensbedrohende Tropenkrankheit. 40 % der Weltbevölkerung leben in Gebieten, in denen Malaria verbreitet ist. Sie ist dort eine häufige Todesursache, vor allem für Kinder. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten 2013 knapp 200 Millionen Menschen an Malaria, etwa 584 000 Menschen starben an Malaria, vorwiegend Kinder in Afrika. In Europa ist es die wichtigste importierte Tropenkrankheit. Die Erreger der Malaria sind Plasmodien, eine Gattung innerhalb der Protozoen. Man unterscheidet fünf verschiedene Plasmodienarten, die verschiedene Formen der Malaria verursachen (Plasmodium ovale, vivax, falciparum, malariae und knowlesi) und in den Malariagebieten auch unterschiedlich vorkommen. Am stärksten betroffen ist Afrika; dort findet sich fast ausschließlich der gefährliche Malariaerreger Plasmodium falciparum, der die sogenannte „Malaria tropica“ verursacht. In manchen Regionen tritt die Malaria saisonal unterschiedlich stark auf. In Deutschland werden laut Angaben des Robert-Koch-Instituts ca. 500 Malariaerkrankungen jährlich registriert, überwiegend aus Afrika mitgebracht. Dabei kommt es auch immer wieder zu einzelnen Todesfällen bei Reisenden. Die Übertragung der Erreger erfolgt durch eine nachtaktive weibliche Stechmücke der Gattung Anopheles.

Krankheitsbild

Nach einer Inkubationszeit von mindestens 6 Tagen (maximal in seltenen Fällen bis zu einem Jahr) kommt es zu verschiedenen uncharakteristischen Krankheitsbeschwerden wie Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Fieber u.s.w. Es gibt zumindest im für die Diagnose und Therapie wichtigen Beginn der Erkrankung kein typisches Beschwerdebild. Im weiteren Verlauf besteht die Gefahr des Organversagens. Ein besonders schwerer Verlauf ist die cerebrale Malaria mit frühzeitig eintretender Eintrübung und Koma durch Beteiligung des Gehirns. Frühzeitig erkannt ist die Malaria heilbar.

Prophylaxe

Die wichtigste Malariaprophylaxe ist ein guter Mückenschutz durch entsprechende Kleidung, mückenabweisende Mittel (Repellentien) und mückenfreie Schlafräume. Je nach Malariarisiko ist die vorbeugende Einnahme von Malaria-Medikamenten oder die Mitnahme eines Notfallmedikaments (Stand-by) zu empfehlen. In manchen Fällen gehört auch zusätzlich zur vorbeugenden Einnahme ein Notfallmedikament in die Reiseapotheke. Es gibt kein Malariamedikament, das bei vorbeugender Einnahme zu 100% vor Malaria schützt.

Das Vorkommen der Malaria und die Wirksamkeit der Medikamente ändern sich. Daher wird das Malariarisiko in den einzelnen Ländern mit Malariavorkommen jedes Jahr neu von der WHO beurteilt und die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) entsprechend jährlich aktualisiert.

Diese Hinweise können auf keinen Fall den Rat eines Arztes ersetzen. Vor Reisen in ein Malariagebiet sollten Reisende daher immer eine reisemedizinische Beratung zur aktuellen Situation in Anspruch nehmen, auch wenn sie einschlägige Erfahrung besitzen.

Quelle: WHO, RKI