Reisemedizinische Beratung Freiburg
Dr. med. Rosemarie Mazzola

Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis)

Die Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis) kommt in 36 Ländern der Sub-Sahara-Region vor. Sie ist eine parasitäre Erkrankung und wird durch zwei verschiedene Formen des Protozoon verursacht:
Trypanosoma brucei gambiense: kommt in 24 Ländern West- und Zentralafrikas vor und verursacht 97% der Erkrankungsfälle.
Trypanosoma brucei rhodesiense: kommt in 12 Ländern Ost- und Südafrikas vor und verursacht 3% der Erkrankungsfälle.
Nur in Uganda kommen beide Erreger vor, jedoch in verschiedenen Regionen des Landes. Im letzten Jahrhundert traten wiederholt Epidemien vor allem in Uganda und im Kongobecken auf. 65 Millionen Menschen leben im Risikogebiet. Durch Maßnahmen der WHO konnte die Zahl der Erkrankungen stark reduziert werden; aktuell geht die WHO von unter 20.000 Erkrankungen pro Jahr aus. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass sich auch Touristen eine Schlafkrankheit zuziehen.

Übertragung

Die Erreger werden vor allem durch den Stich der Tsetse-Fliegen der Art Glossina in ländlichen Regionen übertragen. Die Tsetse-Fliegen nehmen die Trypanosomen von Wildtieren wie Antilopen, Rindern und von erkrankten Menschen auf. Auch eine Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind ist möglich.

Krankheitsbild

Die Symptome sind davon abhängig, welcher Erreger die Erkrankung verursacht.
Trypanosoma cruzei rhodesiense verursacht ein akutes Krankheitsbild. Zu Beginn verursacht der Stich der Tsetsefliege innerhalb von 1-2 Wochen eine lokale schmerzhafte Schwellung, geschwollene Lymphknoten, Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen und Juckreiz etc. Nach einigen Wochen befällt der Parasit das Nervensystem. Es kommt zu neurologischen Symptomen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und schließlich zum Tod.
Eine Erkrankung mit Trypanosoma cruzei gambiense verläuft chronisch, nach einer Inkubationszeit von Wochen bis u.U. Jahren, führt aber unbehandelt ebenfalls zum Tod.

Prophylaxe

Eine vorbeugende Impfung oder Einnahme von Medikamenten gibt es nicht. Entscheidend ist daher die Vermeidung der Exposition soweit möglich und der optimale Schutz vor Tsetse-Fliegen durch gute, lange Kleidung und Sonnenhut. Mückenschutzmittel wirken nicht, da sich die Tsetse-Fliegen optisch und nicht durch den Geruch orientieren.

Quelle: WHO fact sheet 16 February 2018, CDC May 24 2016