Zikavirus-Infektion

2015 ist in Brasilien eine Epidemie mit dem Zikavirus ausgebrochen, die sich seither immer weiter ausgebreitet hat. Inzwischen sind viele tropische und subtropische Regionen betroffen, nicht nur Südamerika. Insbesondere für Schwangere und Paare mit Kinderwunsch ist diese Virusinfektion von Bedeutung. Für Personen, die nicht schwanger sind und - weiblich wie männlich - keine Schwangerschaft planen, gilt die Zikavirusinfektion als milde Infektion.

Vorkommen und Übertragung

Das Zikavirus wurde 1947 erstmals im Zika-Forest in Entebbe/Uganda bei Affen isoliert und ist danach benannt. 1952 wurde das Virus erstmals bei Menschen in Uganda und Tansania nachgewiesen. Danach wurden Ausbrüche im tropischen Afrika, in Südostasien und Ozeanien gemeldet, insbesondere ein größerer Ausbruch in Mikronesien 2007. 2015 wurde das Virus im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft nach Brasilien eingeschleppt.

Das Zika-Virus (ZIKV) gehört zu den Flaviviren und wird von infizierten Mücken vom Typ Aedes (vor allem Aedes-aegypti, manchmal Aedes albopictus = "Tigermücke") übertragen, die in zahlreichen tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet sind. Diese Mücken stechen tagsüber, ihre Hauptaktivität ist am Morgen und in den frühen Abendstunden. Sie vermehren sich in den Städten (in der Nähe von Behausungen in Wasserbehältern, Reifen und Pfützen) und während der Regenzeit.
Das Virus kann auch während der Schwangerschaft von einer infizierten Mutter auf ihr ungeborenes Kind übertragen werden. Ansonsten ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch nach heutigem Wissensstand nur über Sperma möglich.

Krankheitsbild

Die Inkubationszeit beträgt 2-7 (-12) Tage. Die Infektion verläuft in 80% unbemerkt. Nur jeder 5. Infizierte entwickelt Symptome. Die Symptome sind: Fieber, Glieder-, Muskel- und Kopfschmerzen, Konjunktivitis, Erbrechen und Hautausschlag. Die Krankheit verläuft meist gutartig und heilt normalerweise nach ca. 6 Tagen ab. Schwere Verläufe wie das Guillain-Barré-Syndrom oder eine Rückenmarksentzündung sind selten.

Schwangerschaft – Kinderwunsch

Eine Infektion mit dem Zika-Virus, zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft, kann beim ungeborenen Kind zu schweren Schäden des Gehirns und des Nervensystems führen, zu einer Mikrozephalie (zu kleiner Kopf), zu anderen Schäden (Augen-, Hör- und neurologische) und zu Entwicklungsstörungen.
Da sich das Virus einige Monate im Sperma halten kann, kann eine Übertragung auch noch Monate nach der ggf. unbemerkten Infektion vom Mann auf die schwangere Frau übertragen werden.

Prophylaxe

Eine Impfung oder eine spezifische Behandlung ist derzeit nicht verfügbar. Mückenschutz schützt nicht sicher vor der Infektion.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) unterteilt die von der Zikavirusinfektion betroffenen Regionen in 4 Risikokategorien. Kategorie 1 hat das höchste Risiko, Kategorie 4 das geringste.

Schwangeren und Personen, die eine Schwangerschaft planen, wird dringend geraten, von Reisen in Gebiete, in denen eine Infektionsgefahr besteht, Abstand zu nehmen.

Quellen: WHO, RKI, CDC
Stand: 09/2018